Brüssel-Exkursion des Schwerpunktbereichs 7 – Internationales und Europäisches Recht am 03. Februar 2020

Geschichtsträchtiger war der Zeitpunkt der jährlichen Brüssel-Exkursion wohl selten. Am 3. Februar, während noch die letzten Flaggen des Vereinigten Königreichs eingeholt wurden, besuchten rund 20 Studierende des Schwerpunktbereichs 7 – Internationales und Europäisches Recht (Prof. Dr. Kreuter-Kirchhof) – das Herz der Europäischen Union. Ziel der Exkursion war es, das im Schwerpunktbereichsstudium gewonnene Wissen mit Eindrücken aus der Brüsseler-Praxis zu untermauern.

Die Studierenden besuchten zunächst die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union. Richterin Dr. Kristina Wojcik erläuterte als Fachbereichsleiterin für Justiz die Notwendigkeit einer Vertretung der Bundesländer bei der Europäischen Union. Sie beleuchtete die Auswirkungen des föderalen Systems der Bundesrepublik auf die Interessenwahrnehmung Deutschlands bei der EU.

Im Anschluss erhielt die Gruppe die Möglichkeit, auf Einladung von Herrn Dr. Karl-Philipp Wojcik, Mitarbeiter des Juristischen Dienstes, das Hauptgebäude der Europäischen Kommission, das zentral im Europaviertel gelegene Berlaymont, zu besuchen. In einem eindrücklichen Vortrag erläuterte Herr Dr. Wojcik zunächst allgemein die Rolle der Kommission in der Praxis des Gefüges der europäischen Institutionen, bevor er auf die Aufgaben des Juristischen Dienstes im Speziellen einging. Dieser interne Dienst untersteht direkt der Kommissionspräsidentin, berät die Kommission und ihre Dienststellen rechtlich und vertritt diese vor den Gerichten. Anschaulich berichtete Herr Dr. Wojcik vom Ablauf der Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Beeindruckt zeigten sich die Studierenden etwa von der doppelten Prozessvertretung durch den „agent de fond“ und „agent de langue“, wodurch auch bei Gerichtsverfahren in der Sprache eines Mitgliedstaates stets die fachliche und sprachliche Kompetenz im Prozess sichergestellt ist.

Der dritte Termin führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion ins Europäische Parlament. Die Gruppe empfing Herr Dr. Stefan Berger MdEP, der in einem Vortrag seine Sicht auf die Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Post-Brexit-EU darlegte. Am ersten Arbeitstag nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union kam schnell eine lebhafte Diskussion zu aktuellen europapolitischen Themen und der Zukunft europäischer Integration auf. Anschließend zeigte Christoph Abt, Büroleiter von Herrn Dr. Berger, den Studierenden den Brüsseler Plenarsaal des Europäischen Parlaments und erklärte, wie der monatliche Umzug zwischen Brüssel und Straßburg in der Praxis abläuft.

Anschließend nutzten Teile der Gruppe die Gelegenheit, sich im Haus der europäischen Geschichte über den Weg der europäischen Einigung zu informieren.

Die Exkursion war nach Aussage aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein voller Erfolg. Die Studierenden, welche teilweise kurz vor dem Abschluss des ersten Staatsexamens stehen, hoben neben den spannenden Einblicken in die Praxis des Europarechts insbesondere auch die neu gewonnenen Perspektiven für Praktika, Referendariat und Berufseinstieg bei den europäischen Institutionen positiv hervor.

Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei Dr. Kristina Wojcik, Dr. Karl-Philipp Wojcik, Dr. Stefan Berger MdEP und Christoph Abt für die freundlichen Einladungen, die informativen Vorträge und spannenden Diskussionen.

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