Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Martin Morlok

v.l.n.r: Prof. Dr. Sophie Schönberger, Prof. Dr. Martin Morlok, Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck, Oberbürgermeister Thomas Geisel (Foto: Wilfried Meyer / HHU)

Am Freitag, den 25.10.2019, fand vor zahlreich erschienenen Gästen die Abschiedsvorlesung „Die Gerechtigkeit des Rechts“ von Herrn Prof. Dr. Martin Morlok statt.

Es entspricht einer gewissen Sinnhaftigkeit, dass sich Juristen nach einer gewissen Zeit des Schaffens dem Thema der Gerechtigkeit zuwenden. So ist das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit schon seit dem Griechenland der Antike Spielfeld verschiedener Disziplinen, wie etwa der Philosophie und der Politik, richtet aber gewiss besondere Erwartungen an die Rechtswissenschaften. Insofern ist es durchaus konsequent, dass die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Martin Morlok, zu der die Dekanin der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Nicola Preuß, am 26.10.2018 einlud, den Titel „Die Gerechtigkeit des Rechts“ trug.

Die Eröffnung der Vorlesung oblag zunächst der Rektorin, Prof. Dr. Anja Steinbeck, die auch den aus persönlichem Interesse erschienen Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Thomas Geisel, begrüßen durfte. Die Dekanin widmete sich in ihrer darauffolgenden Rede dem Institut der Abschiedsvorlesung und zeigte sich unzufrieden mit der Bezeichnung, sei es doch nicht zu erwarten und zu hoffen, dass Prof. Morlok sein akademisches Wirken an der Fakultät einstellen werde.

Die Geschichte dieses Wirkens wurde von Prof. Dr. Lothar Michael in der undefinedLaudatio lebhaft nachgezeichnet, die sich der Person Prof. Morloks aus den Perspektiven von Raum und Zeit näherte. Dessen Lebenslauf, im Falle Prof. Morloks als passionierter Läufer im wahrsten Sinne des Wortes, führte ihn für Stationen als Student, Referendar, Assistent und endlich als Professor über Tübingen, Marburg und Gießen, Berkeley, Augsburg, Hagen und Jena nach Düsseldorf – Orte die sich auch mit Prof. Morloks wissenschaftlichem Werk in Verbindung bringen lassen.

Prof. Dr. Martin Morlok (Foto: Wilfried Meyer / HHU)

In seiner Vorlesung widmete sich schließlich Prof. Morlok der Verbindung zwischen dem Recht und der Gerechtigkeit. Dabei ging es ihm weniger darum, ein eigenes Konzept davon zu entwerfen, was denn eigentlich Gerechtigkeit bedeute, als vielmehr darum aufzuzeigen, wie Juristen bei ihrer Arbeit die Gerechtigkeit realisieren können und müssen. Dafür unternahm Prof. Morlok einen Streifzug durch das gesamte Recht und fand sowohl in den jeweiligen Rechtsgebieten Regelungen, wie etwa diese des Ermessens, der AGB-Kontrolle oder des Schuldprinzips, aber auch rechtsgebietsübergreifende Institute, wie etwa Ausnahmen und Härteklauseln, die es ermöglichen Gerechtigkeit im Recht durchzusetzen. „Solide juristische Arbeit“, zu dem Fazit kommt Prof. Morlok am Ende seiner Vorlesung, „ist Arbeit an der Gerechtigkeit.“

Das Ende der Veranstaltung bildete das Wort von Dr. Sebastian Roßner, der im Namen der zuletzt am Lehrstuhl von Prof. Morlok tätigen Assistenten den Band undefined„Politik als rechtlich geordneter Prozess“ mit dessen ausgewählten Schriften übergab. Dies leitete über zu dem Empfang in den Räumen des oeconomicums, wo sich die Gäste, unter denen sich auch zahlreiche Weggefährten Prof. Morloks fanden, angeregt über die Veranstaltung austauschen konnten.

Text: Sven Jürgensen
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