05.05.19

Exkursion zur Bundesnetzagentur nach Bonn

Wäre am 2. Mai 2019 der Strom in ganz Deutschland ausgefallen, hätten rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vorlesung „Energie- und Klimaschutzrecht“ nicht im Dunkeln sitzen müssen.

Die Studierenden der Schwerpunktbereiche 5 (Öffentliches Recht) und 7 (Internationales und Europäisches Recht) durften an diesem Tag hinter die Kulissen der Bundesnetzagentur (BNetzA) blicken. Herr Peter Franke, Vizepräsidenten der BNetzA, Herr Dr. Chris Mögelin, Leiter des Justiziariats, und Herr Dr. Fabian Karrenstein aus der Abteilung für Netzausbau empfingen die Gruppe um Frau Professorin Charlotte Kreuter-Kirchhof in der obersten deutschen Regulierungsbehörde an ihrem Sitz im ehemaligen Bonner Parlaments- und Regierungsviertel. Erwartet wurden die Studierenden im sogenannten „Krisenraum“, der im Falle schwerwiegender Energieversorgungsprobleme für Regierungsmitglieder und Mitarbeiter der BNetzA als Koordinationszentrum zur Krisenbewältigung dient. Dabei verfügt der Raum über diverse technische Vorkehrungen, u.a. zwei eigene Notstromaggregate sowie leistungsfähige Computer und Server für die Steuerung der Gas- und Stromnetze, die es den Entscheidungsträgern ermöglichen, im Notfall mehrere Wochen autark von der Außenwelt zu leben und arbeiten.

Die Exkursion gab den Studierenden einen Einblick in die Aufgaben der Bundesnetzagentur, insbesondere im Bereich der Energie. Herr Dr. Mögelin erläuterte einleitend die wesentlichen Mechanismen der Netzregulierung und knüpfte damit an die ersten Vorlesungsstunden an, deren Inhalt die Grundlagen des Energierechts waren. Anschließend ließ es sich Herr Franke nicht nehmen, den Studierenden persönlich den Aufbau der Regulierungsbehörde nahezubringen. Die Gruppe war sichtlich beeindruckt von der Vielschichtigkeit der Aufgaben, die in den vergangenen 20 Jahren historisch gewachsen sind und welche die Behörde mit rund 3000 Mitarbeitern wahrnimmt. Im letzten Vortrag des Tages berichtete Herr Dr. Karrenstein über den jüngsten Aufgabenbereich der Bundesnetzagentur, den Ausbau der Stromübertragungsnetze. Zwar war den Studierenden bewusst, dass der Netzausbau eine wesentliche Rolle in der Realisierung der Energiewende einnimmt. Die Komplexität, die hinter der Planung und Errichtung einer Übertragungsleitung steckt, überraschte aber letztlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Studierenden nahmen abschließend die Chance wahr, die unterirdischen Katakomben des Krisenraums zu besichtigen, die im Fall der Fälle als Rückzugsort dienen können. Trotz der technischen Einrichtungen waren die Studentinnen und Studenten der HHU sich schnell einig, dass die Räumlichkeiten eher auf dem Niveau einer unterdurchschnittlichen Wohngemeinschaft rangierten.  

In einer nahegelegenen Rooftopbar diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Ausklang der Exkursion bei Kaffee, Tee und dem Blick über Rhein und Bonn über die gewonnenen Eindrücke.  

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