17.05.17

Sara Brinkmann, Alina Frank und Maximilian Heuger mit dem Promotionspreis 2016 gestiftet von den Schweitzer Fachinformationen ausgezeichnet

Ausgezeichnet für die besten Dissertationen 2016 der Juristischen Fakultät (v.l.): Dr. Sara Brinkmann (29), Dr. Maximilian Heuger (28) sowie Dr. Alina Kristin Frank (28). Stifter Thomas Dohme, Geschäftsführer der Goethe und Schweitzer GmbH / Schweitzer Fachinformationen (1.v.l.) sowie Dekan Prof. Dr. Lothar Michael (1.v.r.) überreichten die Promotionspreise am 16. Mai. (Foto: HHU / Uli Oberländer)

Gleich drei Nachwuchswissenschaftler haben am 16. Mai den Promotionspreis der Juristischen Fakultät gestiftet von den Schweitzer Fachinformationen erhalten: Ausgezeichnet für ihre jeweils mit summa cum laude bewerteten Arbeiten wurden Dr. Sara Brinkmann (Strafprozessrecht), Dr. Alina Frank (Internationales Privat- und Familienrecht) sowie Dr. Maximilian Heuger (Beamtenrecht). Sie erhielten zu gleichen Teilen den von 5.000 einmalig auf 5.400 Euro hochdotierten Preis für die „Beste Dissertation der Juristischen Fakultät des Jahres 2016“.

Der Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Juristischen Fakultät wird seit 1996 zunächst von der Goethe-Buchhandlung Düsseldorf und seit Ende letzten Jahres von der Goethe + Schweitzer GmbH (Schweitzer Fachinformationen) gestiftet.

Die Auszeichnung für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen überreichte im Heinrich-Heine-Saal der Universität Stifter Thomas Dohme, Geschäftsführer der Goethe und Schweitzer GmbH / Schweitzer Fachinformationen: „Bei unserem Fokus auf den Handel mit Fachliteratur, in Düsseldorf insbesondere mit juristischen Fachbüchern, liegt es nahe, junge und talentierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Juristischen Fakultät zu fördern. In den gut 20 Jahren unserer Förderung konnten wir einschließlich heute 31 Preisträger und Preisträgerinnen mit insgesamt rund 110.000 Euro unterstützen.“ Prof. Dr. Lothar Michael, Dekan der Juristischen Fakultät, bedankte sich bei seiner Begrüßung für die großzügige und kontinuierliche Stiftung des Dissertationspreises.  

Nach den Laudationes der Doktorväter Prof. Dr. Helmut Frister (Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht), Prof. em. Dr. Dirk Olzen (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht) sowie Prof. Dr. Johannes Dietlein (Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre) stellten die Preisträger ihre Arbeiten vor:

Dr. Sara Brinkmann: „Zum Anwendungsbereich der §§ 359 ff. StPO. Möglichkeiten und Grenzen der Fehlerkorrektur über das strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren“

Für den Zugriff auf eine richterliche Entscheidung nach dem eigentlichen Schlusspunkt des Verfahrens hält die Strafprozessordnung in den §§ 359 ff. StPO eigene Regeln bereit. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit dieses lediglich 18 Paragraphen umfassende, im Wesentlichen noch unverändert die Züge seiner Ausformung nach der Reichsstrafprozessordnung tragende Regelwerk zur nachträglichen Korrektur strafgerichtlicher Entscheidungen herangezogen werden kann. Hierzu werden mögliche Fehlentscheidungen ihrer Art nach kategorisiert und auf ihre Korrigierbarkeit über das Wiederaufnahmeverfahren hin untersucht. Im Ergebnis wird gezeigt, dass der Anwendungsbereich der §§ 359 ff. StPO deutlich weiter gefasst werden kann, als es der Titel des Vierten Buches der Strafprozessordnung suggeriert, und dass im Wiederaufnahmeverfahren enormes Potenzial steckt, Fehler aufzufangen, die auch in einem bestmöglich ausgeformten Strafverfahren nicht auszuschließen sind.
Dr. Sara Brinkmann (29)
, Sara Brinkmann wurde 1988 in Ratingen geboren. Ihr Studium der Rechtswissenschaften begann sie im Jahre 2008 an der Universität Bielefeld, zum Wintersemester 2009 erfolgte der Wechsel an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von Oktober 2012 bis Mai 2017 arbeitete Sara Brinkmann als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht von Herrn Prof. Dr. Helmut Frister. Die Promotion durch die Juristische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erfolgte im August 2016. Seit September 2016 ist Sara Brinkmann Rechtsreferendarin im Bezirk des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

Dr. Alina Frank: „Ausgewählte Rechtsprobleme der deutschfranzösischen WahlZugewinngemeinschaft“

Die Wahl-Zugewinngemeinschaft ist ein Güterstand, der Ehegatten seit dem 1.5.2013 in Deutschland und in Frankreich über das Abkommen vom 4.2.2010 zur Verfügung steht. Gerade in Zeiten wachsender Mobilität und Migration soll sie vor allem die Probleme im grenzüberschreitenden Bereich lösen. Das Werk untersucht, wie der gemeinsame Güterstand im Vergleich zum deutschen und zum französischen Recht ausgestaltet ist und wie die von dem Abkommen offengelassenen Rechtsfragen zu beantworten sind. Die zentralen Gegenstände der Arbeit bilden das Zustandekommen der Wahl-Zugewinngemeinschaft sowie ihre Wirkungen während der Ehe gemäß Art. 1–7, 19–20 WZGA. Die Ausführungen konzentrieren sich zum einen auf die Kündigung des Abkommens, dessen Anwendungsbereich sowie die Voraussetzungen für die Begründung und Beendigung des Güterstands. Zum anderen werden seine vermögensrechtlichen Wirkungen während der Ehe, also die Verfügungsbeschränkung und „Schlüsselgewalt“, ausführlich erörtert.
Dr. Alina Frank (28)
, geboren 1989 in Essen, studierte vom Wintersemester 2008 bis zum Sommersemester 2013 Rechtswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität mit dem Schwerpunkt ‚Deutsches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht‘. 2013 legte sie das Erste Juristische Staatsexamen ab. Alina Frank arbeitete zunächst als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dirk Olzen, dann – nach ihrem Studienabschluss – bis einschließlich Januar 2016 als wissenschaftliche Mitarbeiterin, auch als der Lehrstuhl nach seiner Emeritierung von Prof. Dr. Katharina Hilbig-Lugani (Professorin für deutsches, europäisches und internationales Privat- und Verfahrensrecht ) übernommen wurde. Seit Februar 2016 ist sie Rechtsreferendarin am Landgericht Duisburg, wo sie im Rahmen ihrer Verwaltungsstation drei Monate in der deutschen Botschaft in Tokyo, Japan verbrachte. Im Oktober 2017 wird Alina Frank den schriftlichen Teil des Zweiten Staatsexamens ablegen.

Dr. Maximilian Heuger: Altersdifferenzierungen im Beamtenrecht

Altersdifferenzierungen begegnet man in fast allen Bereichen des Beamtenrechts. Zu nennen sind exemplarisch: gesetzliche Altersgrenzen für die Einstellung, die Beförderung und den Ruhestand, altersbezogene Differenzierungen im beamtenrechtlichen Stellenbesetzungsverfahren sowie solche im Recht der Arbeits- und Urlaubszeiten und der Besoldung und Versorgung. Maximilian Heuger arbeitet die noch immer hoch aktuelle Problematik dieser Altersdifferenzierungen aus unions- und verfassungsrechtlicher Perspektive nach Fallgruppen auf und erörtert jeweils, wie sich festgestellte Verstöße auf das beamtenrechtliche Sonderstatusverhältnis auswirken. Für viele noch ungeklärte Rechtsfragen werden dabei dogmatisch konsequente und praxisgerechte Lösungen entwickelt. Aufgrund der nicht selten fiskalischen Motivation altersbezogener Differenzierungen wird auch die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Beamtenbesoldung thematisiert und einer kritischen Bewertung unterzogen.
Dr. Maximillian Heuger (28), geboren 1989 in Dinslaken, nahm im Oktober 2008 das Studium der Rechtswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf. Im Mai 2013 schloss er es erfolgreich mit dem Ersten Staatsexamen ab. Studienbegleitend arbeitete er von Juli 2009 bis Juni 2013 zunächst als studentischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Straf- und Strafprozessrecht bei Prof. Dr. Helmut Frister. Ab Juni 2013 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre, zu Prof. Dr. Johannes Dietlein, bei dem er sich promovierte. Seit Februar 2016 befindet sich Maximilian Heuger im Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf zur Vorbereitung auf das Zweite Staatsexamen im März 2018.

Von: Carolin Grape

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