ASCOLA 2026: Düsseldorfer Forschungsteam bei der globalen Kartellrechtskonferenz in London
London calling – Die diesjährige Konferenz der Academic Society for Competition Law (ASCOLA) fand in der britischen Hauptstadt statt und verzeichnete einen neuen Rekord. Mit über 160 Paper-Präsentationen war sie die größte in der bisherigen Geschichte der Fachgesellschaft für Kartellrecht. Mittendrin waren die Forscherinnen und Forscher von der HHU und dem SCiDA-Projekt, dem gemeinsamen Drittmittelprojekt der HHU und der University of Exeter. Alle Postdocs und Doktoranden des SCiDA-Teams waren für die Konferenz in einem anonymen Peer-Review-Verfahren als Speaker ausgewählt worden. Schon das ist angesichts des kompetitiven Bewerbungsprozesses eine besondere Auszeichnung.
Die Konferenzthemen waren breit gefächert, und dennoch war ein deutlicher Fokus auf die digitale Wirtschaft und Künstliche Intelligenz zu erkennen. Aber auch Grundlagenfragen des Kartellrechts und Analysen zur Kartellrechtsdurchsetzung wurden in Präsentationen prominent diskutiert. Das vollständige Programm kann auf der ASCOLA-Konferenz-Website eingesehen werden.
Starke Präsenz von HHU und SCiDA
Von der HHU nahmen Prof. Dr. Rupprecht Podszun (ehem. ASCOLA-Präsident) und seine wissenschaftlichen Mitarbeitenden Dr. Kena Zheng, Sarah Hinck und Sebastian Steinert mit verschiedenen Beiträgen an der Konferenz teil. Auch Helena Drewes, Prof. Dr. Tristan Rohner und Prof. Dr. Jasper van den Boom, allesamt ehemalige Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Podszun, hielten Vorträge. Komplettiert wurde die Riege durch die englischen Kooperationspartner – Dr. Pavlina Hubkova (Exeter) und Prof. Dr. Anush Ganesh (Leeds). Das SCiDA-Projekt untersucht unter dem Namen Shaping Competition in the Digital Age die Anwendung verschiedener Vorschriften zur Digitalregulierung (mehr zum SCiDA-Projekt findet sich hier).
Im Einzelnen präsentierten die SCiDA-Forscherinnen und Forscher folgende Themen:
Dr. Kena Zheng: Delineating Core Platform Services under the DMA
Sarah Hinck: Decentralisation & Antitrust in the Digital Economy
Sebastian Steinert: Effective Compliance with the DMA
Dr. Pavlina Hubkova: Fairness under the DMA
Prof. Dr. Jasper van den Boom: Towards a more proactive role for national enforcers?
Prof. Dr. Anush Ganesh: Appraising the Different Designation Procedures in EU and UK Digital Regulation
Prof. Dr. Tristan Rohner: Data, Power and Democracy
Bei der ASCOLA-Konferenz, die in diesem Jahr vom University College London (Ioannis Lianos, Deni Mantzari, Stavros Makris, Todd Davies) und dem King’s College London (Chris Townley, Alison Jones) ausgerichtet wurde, trafen sich rund 200 Kartellrechtlerinnen und Kartellrechtler aus aller Welt. In der Community der Wettbewerbsexperten wurden zwei Themen besonders intensiv diskutiert: Zum einen sorgen sich die Forscherinnen und Forscher um die Unabhängigkeit der Kartellbehörden. Kurz vor der ASCOLA-Konferenz hatte der US Supreme Court entschieden, dass US-Präsident Trump eine ihm nicht genehme Kommissarin der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission entlassen durfte. Zum anderen steht weiterhin die Frage im Raum, wie das Kartellrecht die Big-Tech-Unternehmen effektiv zähmen kann. Zu diesen Themen sprachen auch international renommierte Experten wie Eleanor Fox (NYU), Lord Bellamy und Justice Roth (UK), Josef Drexl (MPI München), Katharina Pistor (Columbia) oder Luigi Zingales (Chicago Booth). Die ASCOLA-Konferenz 2027 findet in Seoul statt.
Prof. Podszun zu KI in Oxford
Einen Tag vor der Konferenz in London diskutierte Rupprecht Podszun auf Einladung des ehemaligen HHU-Gastprofessors Ariel Ezrachi in einer Roundtable-Diskussion am Pembroke College in Oxford. Bei dem Expertenworkshop ging es um die Frage, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll reguliert werden sollte. Podszun hatte im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums dazu kürzlich die Kommission „Wettbewerb & Künstliche Intelligenz“ geleitet. Deren Abschlussbericht mit 20 Empfehlungen war im April 2026 veröffentlicht worden. An diesem Bericht hatten auch Sefqan Bendes, Maximilian Brand und Sebastian Steinert aus dem Lehrstuhl-Team mitgearbeitet.