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Konferenz in Florenz: Neue Forschungen zum Kartellrecht

Die Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sarah Hinck, Leon Wardelmann und Elisabeth Wondracek präsentierten Anfang November aktuelle Forschungen zum Wettbewerbsrecht am European University Institute (EUI) in Florenz. Unter dem Titel „Innovation and the ‘Revamping‘ of Competition Law“ wurde dort bei der Early Career Scholars Conference for Competition Law diskutiert, inwiefern das Wettbewerbsrecht die Dynamik und Innovationskraft des europäischen Binnenmarktes nachhaltig stärken kann. Die drei Forschenden arbeiten am Lehrstuhl von Prof. Dr. Rupprecht Podszun an der Heinrich-Heine-Universität. Auch Sebastian Steinert, externer Doktorand und derzeit zu einem längeren Forschungsaufenthalt am EUI, nahm an der Konferenz teil.

Leon Wardelmann und Elisabeth Wondracek präsentierten ihr Konferenzpapier über Investitionszusagen in der Fusionskontrolle am Beispiel des Vier-zu-Drei-Zusammenschlusses von Vodafone UK und CK Hutchison Three UK. Die britische Kartellbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hatte diesen Zusammenschluss der dritt- und viertgrößten Telekommunikationsunternehmen zwar freigegeben, dies aber an eine massive Auflage geknüpft: Die Unternehmen müssen einen 11 Milliarden Pfund schweren 5G-Netzausbauplan umsetzen, in dem Ausbaustandorte und -technologien detailliert vorgeschrieben sind. Aus Sicht der Düsseldorfer Forschenden fesseln derartige Zusagen die fusionierenden Unternehmen an einen eingriffsintensiven, mehrjährigen Geschäftsplan. Dieser sei nicht nur schwierig umzusetzen, sondern entpuppe sich als unflexibel und wenig anpassungsfähig. Ihr Fazit: Bei dieser britischen Abhilfemaßnahme handele es sich um ein Konzept mit erheblichen Mängeln und nicht um ein Zukunftsmodell für die europäische Zusammenschlusskontrolle.

Sarah Hinck präsentierte ihre Überlegungen zur Rolle von Middleware-Technologien in digitalen Plattformökosystemen aus Wettbewerbssicht. Sie argumentiert, dass solche Technologien von den Big Tech-Unternehmen oft unterdrückt bzw. internalisiert werden, sodass ein Middleware-Monopol geschaffen wird. Sarah Hinck ist Mitarbeiterin im SCiDA-Projekt, in dem ein Team der Heinrich-Heine-Universität und der Universität Exeter untersucht, mit welchen Mitteln derzeit versucht wird, Wettbewerb im digitalen Zeitalter zu bewahren. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem UK Arts & Humanities Research Council gefördert. Projektleiter sind Prof. Dr. Rupprecht Podszun und Prof. Dr. Oles Andriychuk. Die Aufsätze von Sarah Hinck, Leon Wardelmann und Elisabeth Wondracek werden in Kürze veröffentlicht.