24.08.2020

Neues aus der juristischen Forschung 2/2020: Strafrecht, Kartellschadensersatz, Wirtschaftsrecht und Regulierungsrecht

Einwilligung als Rechtfertigungsgrund

Professor Dr. Horst Schlehofer hat sich in zwei Veröffentlichungen intensiv mit dem strafrechtlichen Rechtfertigungsgrund der Einwilligung befasst – zum einen im Handbuch des Strafrechts (herausgegeben von Hilgendorf, Kudlich und Valerius, Band 2, 2020, S. 571 ff.), zum anderen in der Festschrift für Reinhard Merkel. Titel seines Beitrags dort ist „Strafbarkeitseinschränkende Alternativen zur hypothetischen Einwilligung im Arztstrafrecht?“ – im Kern geht es um neue Denkansätze in diesem speziellen Feld des Medizinrechts.

Der Weg zum Kartellschadensersatzanspruch

In mehreren Veröffentlichungen von Juniorprofessor Dr. Jannik Otto, der auch Direktor des Instituts für Kartellrecht (IKartR) ist, geht es um den Kartellschadensersatzanspruch: In NZKart 2020, S. 285-292 und S. 355-364, geht es um „Die wirtschaftliche Einheit und ihre Träger in der Rechtsanwendung“. In der WRP ist der gemeinsam mit Dr. Patrick Hauser, Geschäftsführer des Instituts für Kartellrecht, verfasste Aufsatz „Rechtsnatur des Kartellschadensersatzanspruchs und normative Korrekturen der Kausalität nach EuGH – Otis“ erschienen, ebenfalls in zwei Teilen: WRP 2020, S. 812 und S. 970. In der WuW 2020 geht es schließlich um „Die Betroffenheit nach dem Schienenkartell II-Urteil des BGH, Besprechung von BGH, Urt. v. 28.01.2020, KZR 24/17, WuW 2020, 202 - Schienenkartell II“ (bislang in WuW online, demnächst in print).

Privilegierung staatlicher Schuldner im europäischen Wirtschaftsrecht

Dr. Patrick Hauser (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht sowie deutsches und internationales Unternehmens-, Wirtschafts- und Kartellrecht) veröffentlicht den Aufsatz „Critical Analysis of the Zero Risk Weight Privilege for European Sovereign Debt in Light of Art. 124 TFEU“ im ökonomischen Journal "The Economists Voice". Der Aufsatz ist bereits jetzt – ahead of print – hier abrufbar. Er basiert auf der Dissertation des Verfassers und beschäftigt sich mit den Privilegierungen staatlicher Schuldner in den Eigenmittelanforderungen für Kreditinstitute. Es wird argumentiert, dass die pauschale Behandlung der Staatsschuldtitel von EU-Mitgliedstaaten als risikolos im Rahmen der Eigenmittelanforderungen gegen Art. 124 AEUV verstößt.

Neue Themen des Regulierungsrechts

Die kleine, aber feine Wissenschaftliche Vereinigung für das gesamte Regulierungsrecht hat einen Band mit dem Titel „Neue Gemeinwohlherausforderungen – Konsequenzen für Wettbewerbsrecht und Regulierung“, herausgegeben von Daniel Zimmer und Jürgen Kühling, vorgelegt. Darin sind gleich zwei Beiträge von Düsseldorfer Professoren enthalten: Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof beleuchtet die spannende Frage nach „Wettbewerb im Zeitalter klimapolitisch motivierter Energiewende?“. Prof. Dr. Rupprecht Podszun widmet sich „Verbraucherschutz im Kartellrecht als neues Regulierungsrecht?“.

 

Nähere Informationen zu einigen der Veröffentlichungen erhalten Sie über die farbig unterlegten Links sowie auf den Websites der genannten Autorinnen und Autoren.

 

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