Adrian Deuschle - Preisalgorithmen im Kartellrecht
Worum geht es in Ihrer Doktorarbeit?
In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit dem zunehmenden Einsatz von auf künstlicher Intelligenz basierenden Preisalgorithmen und analysiere die daraus resultierenden Risiken für das Entstehen von Kollusion sowie die Herausforderungen für das Kartellrecht.
Was sind Ihre zentralen Ergebnisse?
Im Rahmen einer Meta-Studie habe ich gezeigt, dass Preisalgorithmen bereits weit verbreitet sind und unter bestimmten Markt- und Designbedingungen zu kollusiven Ergebnissen führen können. De lege lata können einige Fallgruppen mit Preisalgorithmen ausreichend vom Kartellrecht erfasst werden. Andere Fallgruppen (insbesondere Tacit Collusion) sind dagegen nur schwer zu erfassen und stellen eine Schutzlücke dar. De lege ferenda schlage ich daher vor, Preisalgorithmen in die KI-Verordnung (VO (EU) 2024/1689) einzubeziehen, um die bestehenden Schutzlücken im Kartellrecht zu schließen. Zugleich diskutiere ich Alternativen wie zum Beispiel die Erfassung von Tacit Collusion im Kartellrecht, den Einsatz "algorithmischer Verbraucher" oder einen "Competition by Design"-Ansatz.
Wie geht es nun bei Ihnen weiter?
Für mich geht es als Anwalt im Kartellrecht bei Osborne Clarke in Köln weiter.
Betreuung und mündliche Prüfung
Betreuende/r Professor/in: Prof. Dr. Rupprecht Podszun
Tag der mündlichen Prüfung: 03.07.2025