Christian Dohmen - Rolle und Rechte der Fans bei Sportübertragungen: Wem gehört der Sport ‒ und zu welchem Anteil? Bewertung von Zentralvermarktung, Exklusivvermarktung & (Live-)Streaming
Worum geht es in Ihrer Doktorarbeit?
Die Ursachen für die hohen Kosten für Sportübertragungen sind lange in der Zentralvermarktung gesucht worden. Das zentrale Problem ist aber die Exklusivvermarktung, die wie die Interessen der Fans in der bisherigen juristischen und ökonomischen Diskussion zu Unrecht kaum
berücksichtigt worden ist. Die Freistellung einer Wettbewerbsbeschränkung vom Kartellverbot erfordert nämlich eine angemessene Verbraucherbeteiligung. Legt man wie bisher den Fokus auf die Belange der Sender, bleibt der Weg zu einer kartellrechtskonformen Lösung ebenso verschlossen wie bei Zugrundelegung des sog. "Veranstalterbegriffs" oder der Annahme sog. "Übertragungsrechte" als positive Zuweisung einer Sportveranstaltung zum Veranstalter.
Was sind Ihre zentralen Ergebnisse?
Sportveranstaltungen „gehören“ – entgegen der üblichen Beanspruchung (Stichwort: „Übertragungsrechte“) – nicht im Sinne einer positiven rechtlichen Zuweisung den Sportveranstaltern. Die dem zum Trotz auf Kosten der Fans seit Jahren etablierte Zentral- und Exklusivvermarktung ist kartellrechtswidrig. Denn solange ihnen die Übertragung der jeweiligen Sportveranstaltungen exklusiv gestattet wird, stehen Sender nicht in echtem Wettbewerb zueinander, sondern operieren auf separaten Endkundenmärkten, die sie infolge der Exklusivität beherrschen. Diese Abschottung der Endkundenmärkte bzw. dieser Ausschluss von Wettbewerb darf von den Kartellbehörden nicht mehr toleriert werden.
Wie geht es nun bei Ihnen weiter?
Seit Juni 2024 bin ich als Referendar beim Landgericht Düsseldorf tätig. Die (sport-)kartellrechtlichen Probleme verliere ich aber nicht aus den Augen. Meine Verwaltungsstation werde ich nämlich beim BKartA absolvieren.
Betreuung und mündliche Prüfung
Betreuende/r Professor/in: Prof. Dr. Rupprecht Podszun
Tag der mündlichen Prüfung: 16.07.2024