Nach monatelangen und zeitintensiven Vorbereitungen war es letzte Woche endlich soweit: die siebte Auflage des bundesweiten Moot Courts im Strafrecht wurde in Düsseldorf ausgetragen. Nachdem das Team des Lehrstuhls für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht von Frau Prof. Dr. Anne Schneider LL.M. im vergangenen Jahr sein strafrechtliches Können unter Beweis gestellt hat, war nun Organisationstalent gefragt.
Am 14. Mai 2026 begann der Wettbewerb mit einer Begrüßungsveranstaltung in der Orangerie des Botanischen Gartens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Auch wenn das Wetter ein bisschen hinter dem Erwünschten zurückblieb, konnte dies die Stimmung der Gäste nicht trüben. Es reisten 14 Teams von Universitäten aus ganz Deutschland an, um sich der Herausforderung des Moot Courts zu stellen. Nach einer kurzen Begrüßung von Frau Prof. Schneider wurden der genaue Ablauf des Wettbewerbs erläutert sowie die Begegnungen der Vorrunden am Freitag ausgelost. Nachdem diese wichtigen Fragen geklärt waren, stellten sich die Teams einem kurzweiligen Quiz über Düsseldorf, Jura und Strafrecht. Anschließend bestand bei entspannter Stimmung die Möglichkeit, sich mit den anderen Teams, Jurymitgliedern und Sponsoren auszutauschen sowie den Wettbewerb gemeinsam einzuläuten. Ein Highlight war dabei die frisch auf einer umgebauten Ape zubereitete Pizza.
Am Freitag, dem 15. Mai, ging es frühmorgens um 8:30 Uhr mit den ersten Begegnungen der Vorrunden los. Die Vorrunden wurden in den Räumen des LG Düsseldorf ausgetragen, was für eine realistische Gerichtsatmosphäre sorgte. Die Richterbank wurde in den Vorrunden mit drei Jurymitgliedern besetzt, die aus verschiedensten Bereichen der juristischen Praxis stammten. Verhandelt wurde immer derselbe Sachverhalt, der den Teams bereits im Januar zur Verfügung gestellt wurde. Der Fall behandelte klassische Fragen des Arztstrafrechts sowie aktuelle strafprozessuale Probleme. Leidenschaftlich wurde über die Verwertbarkeit von Beweisen, die Anforderungen an die ärztliche Aufklärung sowie den Vertrauensgrundsatz zwischen Ärzten gestritten.
Nach den Vorrunden kam die Mittagspause wie gerufen, um kurz durchatmen zu können und den Weg zum OLG Düsseldorf zu finden, wo die Finalrunden ausgetragen wurden. Frau Prof. Schneider begrüßte dort die eingetroffenen Teams und verkündete die sechs Halbfinalisten. In der nächsten Runde erneut plädieren durften die Universitäten Berlin, Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Münster und Trier. Kurz darauf fanden parallel drei Halbfinals statt, in denen der Fall erneut verhandelt wurde. Nun mussten die Halbfinalisten ihre Plädoyers vor einer vierköpfigen Richterbank präsentieren. Die zwei punktbesten Halbfinalisten wurden im Anschluss bestimmt und durften sich dann nach einem bereits langen Tag im Finale beweisen. Es traten, wie auch schon im Halbfinale, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gegen die Humboldt Universität zu Berlin an.
Im Anschluss an das spannende Finale versammelten sich die Teams, Jurymitglieder und Besucher im Plenarsaal des OLG, wo zunächst Herr Dr. Werner Richter, Präsident des OLG Düsseldorf, ein paar Grußworte an die Gäste richtete. Der Justizminister der Landes NRW, Herr Dr. Benjamin Limbach, besuchte die Abendveranstaltung als Ehrengast und führte nach einer kurzen Ansprache durch die Siegerehrung. Als Siegerteam des siebten bundesweiten Moot Courts im Strafrecht ging des Team der Humboldt-Universität zu Berlin hervor, welches sich schon den gesamten Tag über durch besonders starke Plädoyers hervorgetan hatte. Das Team der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf freute sich ebenfalls über einen verdienten zweiten Platz. Nach den Gewinnerteams wurden die Best Speaker von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, jeweils weiblich und männlich, ausgezeichnet. Der Wettbewerbstag endete mit leckerem Buffet und kühlen Getränken im Foyer des OLG Düsseldorf. Nächstes Jahr wird der achte bundesweite Moot Court im Strafrecht vom diesjährigen Sieger, der Humboldt-Universität zu Berlin, ausgetragen.
Die Ausrichtung des siebten bundesweiten Moot Courts im Strafrecht wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Förderer. Zu danken ist zunächst den vielzähligen Jurymitgliedern, welche sich an einem Brückentag die Zeit genommen haben, den juristischen Nachwuchs mit der Begleitung dieses Wettbewerbs zu fördern. Wir bedanken uns herzlich bei allen Kanzleien, Unternehmen und Verlagen, die diese Veranstaltung durch finanzielle Zuwendungen und Sachspenden ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt schließlich dem Landgericht Düsseldorf sowie dem Oberlandesgericht Düsseldorf für die Zurverfügungstellung der Räume und die Unterstützung bei der Umsetzung der Veranstaltung.