Antrittsvorlesung: Prof. Dr. Gerhard Klumpe über Kartellschadensersatzrecht
Festakt im Haus der Universität: Dr. Gerhard Klumpe, Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität, gab am 2. Dezember 2025 seine Antrittsvorlesung. Klumpe war im Januar zum Honorarprofessor ernannt worden. Seine Antrittsvorlesung stellte er unter den Titel: "10 Jahre Kartellschadensersatz in 10 Songs". Schon der Titel deutet an, dass Prof. Klumpe ein unkonventioneller Jurist ist - gerade deshalb schätzen ihn auch die Studentinnen und Studenten sehr. Tatsächlich präsentierte er eine "Playlist" mit Songs von Jethro Tull über Metallica bis Kraftwerk, um die Geschichte des Kartellschadensersatzrechts in den vergangenen zehn Jahren zu illustrieren. Diese Geschichte hat Klumpe maßgeblich mitgeprägt - als wissenschaftlicher Autor, vor allem aber als Vorsitzender Richter der 8. Zivilkammer am Landgericht Dortmund, die sich mit kartellrechtlichen Themen befasst. Viele seiner Beschlüsse und Urteile sind bahnbrechend für das Kartellrecht gewesen.
Klumpe hatte die Kammer 2015 übernommen, und so wurde der Streifzug durch die (Rechts-) Geschichte auch eine persönliche Bildungserzählung über seinen eigenen Werdegang im Kartellrecht. Immerhin hatte Klumpe, wie Dekanin Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof hervorhob, mal im Strafrecht promoviert und vor Übernahme der Kammer keine kartellrechtliche Vorerfahrung. Klumpe selbst schilderte, wie es eine Veranstaltung im Düsseldorfer Haus der Universität zu einer Gesetzesnovellierung im Kartellrecht war, die ihm deutlich machte, welche Aufgabe nun vor ihm liege. Damals saßen u.a. die HHU-Professoren Prof. Dr. Christian Kersting und Prof. Dr. Nicola Preuß auf dem Podium und sprachen über Kartellschadensersatz. In der vergangenen Dekade ist das Kartellschadensersatzrecht erst zum Durchbruch gekommen, oder, um es mit Klumpe zu sagen: Aus einem schwer zugänglichen Pfad im Dschungel ("Welcome to the Jungle" von Guns N' Roses) wird dank der gerichtlichen Eingriffe und legislativen Änderungen zunehmend eine einfach zu befahrende Autobahn ("Autobahn" von Kraftwerk).
In einer launigen und sehr persönlichen Laudatio auf das neue Mitglied der Fakultät hob Prof. Dr. Christian Kersting hervor, wie innovativ Gerhard Klumpe in seinen Veröffentlichungen und Entscheidungen ist und wie eng Wissenschaft und Praxis bei ihm verzahnt werden - nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Düsseldorf. Dass Klumpe darüber hinaus ein äußerst sympathischer Zeitgenosse ist, mit dem man nicht nur über Kartellrecht fachsimpeln kann, sondern auch über Musik, Mixed Martial Arts und andere Themen machte Kersting deutlich.
Die enge Verbundenheit zwischen Praxis und Wissenschaft hob auch die Dekanin hervor, und sie zeigte sich an dem Abend sinnbildlich: Die Honorarprofessur wurde mit zahlreichen Gästen im HdU gefeiert, darunter Vertreter der Oberlandesgerichte und der Düsseldorfer Anwaltschaft, für deren Streitlust sich Klumpe ausdrücklich bedankte - nicht nur, weil es ihm als Richter immer wieder neue interessante Fälle beschert, sondern auch weil er den spannenden argumentativen Schlagabtausch so schätzt.