Düsseldorf meets Osnabrück: Bericht von der GJZ-Jahrestagung 2026
Vom 23. – 25.9.2026 kam in Osnabrück der zivilrechtswissenschaftliche Nachwuchs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Jahrestagung der Gesellschaft Junge Zivilrechtswissenschaft (GJZ) zusammen. Die diesjährige Tagung stand unter dem Leitmotiv „Zivilrecht und Verantwortung”. Die Vorträge bildeten aktuelle Themen in der Breite des gesamten Zivilrechts ab, von der Regulierung digitaler Plattformen über Wandlungen des Familienrechts bis hin zur Generationengerechtigkeit der Vermögensabsonderung.
Auch die HHU war vertreten: Noah Laß, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur von Prof. Dr. Nicola Preuß, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Individuelle Verantwortung in kollektiver Organisation? – Vom haftungsrechtlichen Individualismus zum echten Organisationsdelikt”. Vom viel diskutierten Begriff der Unternehmensverantwortung ausgehend stellte der Beitrag die Frage, wer im Haftungsrecht eigentlich Adressat unternehmerischer Verantwortung ist. Die Spurensuche führte von der individualistischen Vorstellung des BGB-Gesetzgebers zu einem Modell kollektiver Handlungsfähigkeit, in dem das Unternehmen selbst als handlungs- und damit verantwortungsfähiger Akteur auftritt. Eine Schriftfassung des Vortrags wird in einem Sammelband veröffentlicht, der voraussichtlich im Frühjahr 2027 erscheinen wird.
Die Gesellschaft Junge Zivilrechtswissenschaft (GJZ) ist die größte Vereinigung im deutschsprachigen Raum für junge Zivilrechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.