Zum Inhalt springenZur Suche springen

Düsseldorfer Moot Court im Zivilrecht

Reglement

1. Gegenstand der Lehrveranstaltung „Moot Court im Zivilrecht“, Seminarleistung

1.1 Studierende der Rechtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität übernehmen in simulierten Zivilprozessen die Rolle der Rechtsanwältinnen/ Rechtsanwälte. Es werden zwei unterschiedliche Fälle ausgegeben. Jeder Fall wird von insgesamt mindestens acht und maximal zwölf Teilnehmenden bearbeitet. Die Lehrveranstaltung „Moot Court im Zivilrecht“ besteht aus einer Vorbereitungsphase in der vorlesungsfreien Zeit und einem Hauptteil während der Vorlesungszeit im Wintersemester. Die Teilnehmenden des Moot Courts erhalten ein Teilnahmezertifikat. Es besteht zudem die Möglichkeit zum Erwerb eines Seminarscheins (siehe 1.4).

1.2 In der Vorbereitungsphase haben acht (max. zwölf) Teilnehmende zu einem ausgegebenen Fall eine schriftliche Kurzlösung („Votum“) auszuarbeiten.

1.3 Der Hauptteil umfasst die Erstellung der „Schriftsätze“ und die aktive Teilnahme an der „Gerichtsverhandlung“ als „Prozessanwältinnen/ Prozessanwälte“. Die Teilnehmenden vertreten in Zweierteams (max. Dreierteams) in einem Durchgang die Klägerseite und in einem zweiten Durchgang die Beklagtenseite.

1.4 Der Erwerb des zusätzlichen Seminarscheins setzt die Erbringung der untenstehenden schriftlichen und mündlichen Einzelleistungen voraus (siehe im Einzelnen unten 5.2.).

 

2. Teilnahme und Teambildung

2.1 Die Anmeldung zum Inhouse Moot Court findet nach einer Informationsveranstaltung zum Ende der Vorlesungszeit statt. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bis zum Ablauf des gesondert bekannt gegebenen Termins schriftlich per Mail () unter Angabe der Matrikelnummer und der Fachsemesterzahl an. Übersteigt die Anzahl der Interessenten die Anzahl der vorhandenen Teilnahmeplätze, ist ein Überblick über die Zwischenprüfungsleistungen nachzureichen.

2.3 Die Zusage eines Teilnahmeplatzes erfolgt per Email. Wer einen Teilnahmeplatz zugesagt bekommen hat, muss sich binnen einer Woche erklären, ob der Platz angenommen wird. Andernfalls verfällt die Option und der Platz wird neu vergeben. Wer einen Teilnahmeplatz angenommen hat, verpflichtet sich im Interesse der kollegialen Zusammenarbeitzur Mitarbeit im Team bei der Erarbeitung der Schriftsätze und zur Teilnahme an der mündlichen Verhandlung.

2.4 Die Einteilung in Teams erfolgt nach Abgabe der Kurzlösungen in einem Besprechungstermin zu Beginn der Vorlesungszeit im Wintersemester.

 

3. Fallbearbeitung und Schriftsätze

3.1 Die Teilnehmenden erhalten nach der verbindlichen Zusage eine Fallaufgabe, zu der eine schriftliche Kurzlösung auszuarbeiten ist. In der schriftlichen Kurzlösung sind die anfallenden Rechtsprobleme unter Auswertung von Rechtsprechung und exemplarischer Literatur zu erörtern („Votum“). Die Erarbeitung der schriftlichen Kurzlösung erfolgt in der vorlesungsfreien Zeit. Die Arbeiten sind zu dem im Ablaufplan angegebenen Termin abzugeben.

3.2. Nach der Einteilung in Teams (siehe Nr. 2.4) erhalten die Teilnehmenden per Email eine zweite Version der Fallaufgabe, den „Klägersachverhalt“. Jedes Team hat gemeinsam eine Klageschrift zu verfassen und zu dem im Ablaufplan angegebenen Termin einzureichen.

3.3 Die gegnerischen Teams bekommen die Klageschriften zugestellt. Mit Zustellung der Klageschriften erhalten die Teilnehmenden eine dritte Version der Fallaufgabe, den „Beklagtensachverhalt“. Jedes Team hat bezogen auf die ihm zugestellte Klageschrift eine Klageerwiderung zu verfassen und zu dem im Ablaufplan angegebenen Termin einzureichen. Die Klageerwiderungen werden jeweils dem Team zugestellt, das die Klageschrift verfasst hatte, auf die die Klageerwiderung sich bezieht. Die Stellungnahme zur zugestellten Klageerwiderung erfolgt in einer Replik.

3.4 Die Teilnehmenden können alle Beweise antreten, zu denen der ausgehändigte Sachverhalt Anlass gibt. Insbesondere können auch Beweise durch Sachverständigengutachten oder Zeugenbeweise angetreten werden.

 

4. Gerichtsverhandlung, Probetermin

4.1 Von den vier Klageschriften, die pro Fall eingereicht wurden, werden zwei Klageschriften und die jeweils auf diese Klageschrift bezogenen Klageerwiderungen ausgewählt. Die Teams, die eine der ausgewählten Klageschriften verfasst haben, nehmen als „Klägervertreter“ an der mündlichen Verhandlung teil. Die Teams, die eine der ausgewählten Klageerwiderungen verfasst haben, nehmen als „Beklagtenvertreter“ an der mündlichen Verhandlung teil. Die Verteilung wird den Teilnehmenden zeitnah bekannt gegeben. Es besteht die Gelegenheit, in einem Probetermin auf der Grundlage der nicht verwendeten Schriftsätze (d.h. in vertauschten Rollen, die Klägervertreter der mündlichen Verhandlung sind im Probetermin die Beklagtenvertreter und umgekehrt) mit Unterstützung aus der Praxis den Vortrag im Zivilprozess zu üben.

4.2 Die mündlichen Verhandlungen finden in den Räumen des LG Düsseldorf, unter der Verhandlungsleitung einer Berufsrichterin oder eines Berufsrichters, statt.

4.3 Die Verhandlung beginnt mit dem Aufruf zur Sache und der Stellung der Anträge. Die Teilnehmenden sollen sich in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht äußern. Das Gericht hört zunächst die Vertreter der Klägerseite, dann die Vertreter der Beklagtenseite. Im Anschluss sollen die Teilnehmenden zum Vortrag der Gegenseite Stellung nehmen. Das Gericht darf jederzeit weitere Fragen stellen. Falls eine Beweisaufnahme durchgeführt wird, können die Teilnehmenden Fragen an „Zeugen“ oder „Sachverständige“ richten und sich zum Ergebnis der Beweisaufnahme äußern.

4.5 Eine mündliche Verhandlung soll nicht länger als eine Stunde dauern. Die Teams sollen im Wesentlichen die gleiche Sprechzeit erhalten. Jedes Teammitglied muss mündlich vortragen. Im Übrigen teilen die Teammitglieder ihre Redebeiträge untereinander frei auf.

 

5. Teilnahmezertifikat, Seminarschein

5.1. Die Teilnehmenden des Moot Courts erhalten ein Teilnahmezertifikat.

5.2. Die Teilnehmenden können darüber hinaus einen Seminarschein gem. § 12 der Studienordnung erwerben, der die Zulassungsvoraussetzung des § 5 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 SchwPO erfüllt. Erforderlich hierfür sind die erfolgreiche eigenständige Bearbeitung der Kurzlösung und der Themenarbeit („schriftliche Einzelleistung“, siehe Nr. 1.2) sowie die aktive Teilnahme an der mündlichen Verhandlung im Landgericht („mündliche Einzelleistung“, siehe Nr. 4.1).

 

Verantwortlichkeit: